"Hermann und Dorothea"
„ … und finden dereinst wir uns wieder Über den Trümmern der Welt, so
sind wir erneute Geschöpfe, Umgebildet und frei und unabhängig vom Schicksal.“
Die Geschichte zweier Liebender, denen die Welt es unnötig schwer macht, ist ein Geheimtipp unter Goethekennern. In dem Versepos verbindet der Dichter die Geschichte der Vertreibung der Protestanten im Jahre 1731 mit dem Elend der Flüchtlingszüge aus Frankreich im Gefolge der Revolutionswirren. Ein literarisches Meisterwerk, das in dieser Deutung erheblich bis in unsere Zeit weist: als Hermann sich unsterblich in ein couragiertes Flüchtlingsmädchen verliebt, finden sich beide mit einer Welt voller Vorurteile konfrontiert. Martin Schwab und Maria Happel schlüpfen in die Rollen der Eltern, von Sohn, Pfarrer, Schwiegertochter und Apotheker. In der Fassung von Alfred Kirchner werden so die urkomischsten Situationen gegenwartsnah und die hinreißend menschliche Behauptung Goethes, das Flüchtlingsmädchen Dorothea sei ein Gottesgeschenk für Hermann, in herzbewegende Aktualität auf der Bühne gebracht. Denn Goethe lässt in seiner Schilderung der Begegnung zwischen Flüchtlingstreck und heimatlicher Idylle nicht nur unterschiedliche Lebensformen aufeinanderprallen, sondern schildert Menschen, die sich auf eine Begegnung und einen Austausch einlassen.
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